Cold ** Sin
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Mein Leben ~ 04.07.2006


Es ist ein sehr warmer Tag, der Wärmste dieses Jahr sagten sie im Fernsehen, und ganz anders wie damals, das genaue Gegenteil! Es ist schon hell als ich mit einem Lächeln auf den Lippen erwache; damals war es stockdunkel als ich mit einem Lächeln auf den Lippen eingeschlafen war!


Es war vor genau sechs Monaten, am 04.01.2006! Mein bester Freund und ich hatten den Entschluss gefasst am darauffolgenden Tag nach Stuttgart zu fahren zum Einkaufen. Er wohnt näher am Bahnhof, also wollte ich die Nacht bei ihm bleiben, sodass wir am nächsten Tag früh los konnten. Hätte ich damals geahnt was in dieser Nacht passieren sollte hätte mein Herz bestimmt noch stärker gepocht als es das eh schon tat.
Ich betrat das Haus, seine Wohnung, nichtsahnend was noch kommen sollte und ich denke ihm ging es genauso. Wir verbrachten einen netten, für uns typischen, Abend. Ein wenig Fernsehen, DVD, Playstationgefechte... Nichts Außergewöhnliches für uns...
Langsam wurde es aber doch spät und wir machten uns bettfertig. "Wo willst du schlafen?" Natürlich im Bett! Und aufs Sofa verbannte ich ihn auch nicht. Er war mein bester Freund, ich dachte mir nichts weiter dabei. Und so lagen wir auch da und redeten noch ein wenig, harmlos, wie Freunde.
Das Licht war aus und ich drehte ihm den Rücken zu, hörte ihn atmen. Mein Herz klopfte stärker. Ja, ich hatte mich mittlerweile damit abgefunden, dass er "nur" mein bester Freund war, auch wenn ich mir mehr erhoffte seit jenem einem Abend im Dezember. Doch nun war ich glücklich bei ihm sein zu dürfen und dachte auch, traurig, dass es mir genügen sollte.
Zum Glück war er da anderer Meinung!
Unsere Füße berührten sich, nichts Neues, denn "gefüßelt" hatten wir schon öfter, aus Spaß. Ich hörte und spürte wie er sich zum mir umdrehte; warum auch nicht, ist ja schließlich sein Bett. Dann spürte ich seine Hand an meinem Rücken, wie er mich langsam streichelte. Ich hielt den Atem an. Was sollte denn das? Doch ich bewegte mich nicht. Er ruckte etwas näher und ich spürte mein Herz in meiner Kehle vibrieren. Ich spürte seinen Atem im Nacken, seine Hände in meinem Haar, an meinem Hals, meinem Rücken. Mein Kopf wurde ganz heiß und ich konnte nur noch geradeaus denken. Ich sah die weiße Wand vor mir und spürte und hörte nur noch ihn, nichts anderes drang in diesem Moment in meine Gedanken. Es war, als wäre die Zeit stehen geblieben. Schließlich schloss ich die Augen. Langsam drehte er mich auf den Rücken und strich mir über den Hals.
Mir war so verdammt warm unter der Decke. Sein Körper war so schrecklich heiß und brachte mich zusätzlich zum schwitzen. Ich schluckte hart und versuchte mein Herz unter Kontrolle zu bringen, was mir jedoch nicht im geringsten gelang. Ich begann zu zittern und schnappte kurz nach Luft. So nah waren wir uns noch nie gewesen und es fühlte sich so verboten schön an! Und doch tobte in meinem inneren ein Sturm, ein regelrechter Kampf; meine Gefühle gegen meine Logik, mein Wissen und mein Denken.
Als ich die Augen öffnete sah ich ihn halb über mich gebeugt. Besorgt sah er mich an. Was ich denn hätte, doch ich schüttelte nur den Kopf. Er beugte sich wieder runter zu mir und ich kniff die Augen wieder zusammen. Seine Lippen berührten meinen Hals, meine Schlüsselbeinknochen und ich schluchzte leise auf. Wieder spürte ich wie seine Blicke auf mir ruhten und ich sah ihn an. Doch dann wandte ich den Blick von ihm ab und starrte wieder die Wand an.
Was sollte ich tun? Im vorigen Monat war ich noch so verzweifelt gewesen, als ich bemerkte, dass ich mehr wollte als nur Freundschaft. Aber ich hatte mich doch damit abgefunden und nun das? Was würden die anderen sagen? Was würden die Leute vom Board denken? Was würden meine Eltern sagen? Ich hatte so oft beteuert, dass wir nur beste Freunde waren und nun? Würde sich alles ändern? Könnte ich noch immer so zu ihm sein wie zu meinem besten Freund?
Zu lange hatte ich Zeit um Nachzudenken. Ich atmete schneller so sehr beschäftigte mich dieser innere Kampf. Dazu noch die Hitze, die sein Körper ausstrahlte und das Gefühl das seine Händ auf meiner Haut hinterließen, dieses Kribbeln im Bauch. Ich schluchzte wieder, als er meinen Kopf zu sich drehte. Ich spürte seinen Atem auf meinem Gesicht, so nahe wie noch niemals zuvor, an meinen Lippen. Ich biss mir auf die Unterlippe, meine Finger verkrampften sich, drückten meine langen Nägel in die empfindliche Haut meiner Handflächen. Und dann geschah es! Es war nur kurz und flüchtig, ein leichtes Berühren zweier Lippenpaare, ein zärtlicher scheuer Kuss und ich fühlte, dass nichts mehr sein sollte wie zuvor!


Ich schluchzte und eine Träne entkam meinen geschlossenen Augen. Mein Brustkorb hob und senkte sich und mein Atem stand schon lange nicht mehr unter meiner Kontrolle, genauso wie mein Herz. Noch immer war sein warmer Körper so nah und ich öffnete meine Augen wieder. Traurig sah er mich an. Ob alles in Ordnung sei mit mir, was ich habe, fragte er und ich begann nun wirklich zu weinen. Bestürzt sah er mich an. Ob er sich fragte ob er einen Fehler gemacht hatte? Genau dies hatte ich mich auch gefragt, aber nur wenige Sekunden nach unserem ersten Kuss wusste ich die Antwort schon!
Ich schlang meine Arme um ihn und drückte mich fest an ihn. Wie konnte etwas, dass sich so schön und warm und so verdammt richtig anfühlte etwas Schlimmes bedeuten? Auch er schien zu spüren, dass ich meine Zweifel (fürs erste) über Bord geworfen hatte. Er sank neben mir zurück in sein Kissen und ich kuschelte mich glücklich an ihn!


Dieser Abend, diese Nacht, das alles ist nun ganze sechs Monate her. Mittlerweile plagt mich nicht mehr der klitzekleinste Zweifel, dass es genau das Richtige war, was wir getan hatten! So oft war es mir noch vergönnt gewesen seine Lippen und seinen Körper zu spüren.
Vor sechs Monaten, in jener Nacht zum 04.01.2006, ungefähr um zwei oder halb drei Uhr morgends, da begann es endlich: Mein Leben!